Veredelungstechnik 2 von 5
Siebdruck auf Textilien: kräftige Farben ab größeren Auflagen
Siebdruck ist die Technik für Menge. Für jede Farbe deines Motivs entsteht ein eigenes Sieb, danach läuft jedes weitere Textil schnell durch. Deshalb sinkt der Stückpreis mit steigender Auflage deutlich — und deshalb sagen wir dir bei fünf Shirts ehrlich, dass eine andere Technik günstiger ist.
- 1 Sieb pro Farbe im Motiv
- Pantone/HKS Sonderfarben mischbar
- Bad Doberan Werkstatt in MV
Wie funktioniert Siebdruck?
Beim Siebdruck wird für jede Farbe des Motivs ein eigenes Sieb angefertigt. Die Farbe wird mit einer Rakel durch das Sieb auf das Textil gedrückt und anschließend getrocknet. Weil die Einrichtung pro Farbe einmalig anfällt, sinkt der Stückpreis mit steigender Menge deutlich. Für kleine Auflagen ist das Verfahren unwirtschaftlich.
Ein Sieb ist ein Rahmen mit feinem Gewebe. Die Stellen, an denen später Farbe durchgehen soll, bleiben offen; alles andere wird abgedeckt. Pro Farbe ein Sieb, pro Sieb ein eigener Durchgang. Ein zweifarbiges Motiv läuft also zweimal, ein vierfarbiges viermal — mit passgenauer Ausrichtung dazwischen.
Die Kostenlogik: Einrichtung pro Farbe, nicht pro Stück
Das ist der Kern dieser Technik. Der Aufwand steckt in der Vorbereitung: Motiv in Farben zerlegen, Siebe belichten, Farben anmischen, Passer einstellen. Dieser Aufwand fällt einmal pro Farbe an — nicht pro Shirt. Sobald die Maschine steht, kostet jedes weitere Teil fast nur noch Farbe und Handgriff.
Daraus folgen zwei Dinge, die wir dir lieber vorher sagen. Bei fünf Stück verteilt sich die Einrichtung auf fünf Teile und macht den Druck teuer — hier gewinnen Flexdruck oder Direktdruck. Ab größeren Auflagen dreht sich das Verhältnis, und Siebdruck ist die günstigste und zugleich haltbarste Lösung im Haus.
Die Einrichtung deines Motivs fällt einmal an. Beim nächsten Trikotsatz, bei den Shirts für die neuen Kolleginnen und beim Nachdruck im Herbst rechnen wir nicht bei null los.
Farbe: gemischt, nicht gerastert
Siebdruckfarbe wird angemischt, nicht aus vier Grundfarben zusammengerastert. Sonderfarben nach Pantone oder HKS treffen wir damit sehr genau — wichtig überall dort, wo ein Vereins- oder Firmenrot über Jahre gleich aussehen soll.
Die Deckkraft ist die höchste unter allen fünf Techniken. Ein helles Motiv auf schwarzem Textil bleibt hell, ohne grau zu wirken. Dazu kommt eine sehr gute Waschbeständigkeit: Siebdruck ist die Technik, die auf Vereinsshirts nach der zwanzigsten Wäsche noch am ehesten aussieht wie am ersten Tag.
Wofür sich Siebdruck eignet
Baumwolle und Baumwollmischungen sind der ideale Untergrund: T-Shirts, Hoodies, Sweatshirts, Beutel. Typische Aufträge sind Vereinsshirts, Merch, Event- und Festivaltextilien, Shirts für Aktionstage und Belegschaftskleidung in größerer Stückzahl.
Große Flächen sind kein Problem, sondern eine Stärke: Was in der Stickerei die Stichzahl explodieren lässt, ist im Siebdruck ein einziger Rakelzug.
Wo Siebdruck an seine Grenzen kommt
Wir nennen die Grenzen lieber vorher. Siebdruck ist ein Mengenverfahren mit fester Farbanzahl — beides lässt sich nicht wegdiskutieren, sondern nur einplanen.
| Grenze | Warum | Alternative |
|---|---|---|
| Kleine Mengen | Die Einrichtung pro Farbe verteilt sich auf zu wenige Teile und macht das einzelne Stück teuer. | Flexdruck oder Direktdruck |
| Fotorealistische Motive | Viele Farbabstufungen lassen sich nur eingeschränkt über Raster abbilden. | Direktdruck (DTG/DTF) |
| Viele Farben im Motiv | Jede zusätzliche Farbe bedeutet ein weiteres Sieb und einen weiteren Durchgang. | Ab etwa vier Farben lohnt der Vergleich mit Direktdruck |
| Sehr feine Details | Das Siebgewebe hat eine Maschenweite; darunter läuft nichts mehr sauber durch. | Flexdruck oder Direktdruck |
Wenn dein Motiv an einer dieser Grenzen liegt, sagen wir dir das vor dem Angebot — nicht danach.
Siebdruck oder eine andere Technik?
Siebdruck lohnt sich ab größeren Auflagen mit wenigen klar getrennten Farben. Bei kleinen Mengen, vielen Farben oder Fotomotiven sind Direktdruck oder Flexdruck günstiger und passender. Auf Polos, Caps und Arbeitsjacken ist Stickerei die wertigere Lösung. Wir entscheiden das anhand von Menge, Motiv und Textil — gemeinsam mit dir.
| Kriterium | Siebdruck | Alternative im Haus |
|---|---|---|
| Große Auflage, ein bis drei Farben | beste Wahl | — |
| Fünf Shirts für ein Team | unwirtschaftlich | Flexdruck oder Direktdruck |
| Foto mit Verläufen | nur eingeschränkt | Direktdruck |
| Rückennummern und Namen | nicht sinnvoll | Flexdruck |
| Logo auf Polo oder Arbeitsjacke | möglich | Stickerei |
| Sehr hohe Deckkraft auf Schwarz | beste Wahl | — |
| Nachdruck in zwei Jahren | günstig, Siebe und Farbrezept liegen vor | — |
Wir haben alle fünf Techniken im eigenen Haus. Deshalb können wir dir zur passenden Technik raten, statt zu der, die wir gerade anbieten müssen.
So läuft ein Siebdruck-Auftrag bei uns ab
Schritt 1
Motiv und Menge ansehen
Du schickst Motiv, Textil und Stückzahl. Wir sagen dir, in wie viele Farben sich das Motiv zerlegen lässt und ob Siebdruck bei deiner Menge die richtige Technik ist.
Schritt 2
Farbauszüge anlegen
Das Motiv wird in Druckfarben zerlegt. Jede Farbe bekommt einen eigenen Auszug — das ist die Vorlage für das Sieb.
Schritt 3
Siebe belichten
Pro Farbe entsteht ein Sieb. Dieser Schritt ist die Einrichtung, die einmal anfällt und bei jedem Nachdruck gespart wird.
Schritt 4
Farben anmischen
Sonderfarben nach Pantone oder HKS werden angemischt. Das Rezept notieren wir, damit der Nachdruck denselben Ton trifft.
Schritt 5
Andruck und Freigabe
Vor der Serie drucken wir ein Teil und prüfen Passer, Deckkraft und Farbton auf dem echten Textil.
Schritt 6
Serie drucken und trocknen
Die Auflage läuft durch, jede Farbe in einem Durchgang. Anschließend wird die Farbe durchgetrocknet, damit sie waschbeständig ist.
Häufige Fragen zum Siebdruck
Ab welcher Menge lohnt sich Siebdruck?
Je größer die Auflage, desto klarer. Die Einrichtung fällt einmal pro Farbe an und verteilt sich auf alle Teile — bei wenigen Stück bleibt sie am einzelnen Shirt hängen, bei einer Mannschaft oder Belegschaft fällt sie kaum noch ins Gewicht. Nenn uns deine Stückzahl, dann rechnen wir beide Wege durch und sagen dir, welcher günstiger ist.
Warum kostet jede zusätzliche Farbe extra?
Weil jede Farbe ein eigenes Sieb, einen eigenen Farbansatz und einen eigenen Druckdurchgang braucht. Ab etwa vier Farben lohnt deshalb der Vergleich mit dem Direktdruck, der keine Farbbegrenzung kennt.
Könnt ihr unsere Vereins- oder Firmenfarbe genau treffen?
Ja. Siebdruckfarbe wird angemischt, nicht gerastert. Sonderfarben nach Pantone oder HKS treffen wir sehr genau. Nenn uns den Farbcode aus eurem Corporate Design, dann notieren wir das Rezept auch für spätere Nachdrucke.
Funktioniert Siebdruck auf dunklen Textilien?
Ja, besonders gut. Die Deckkraft ist die höchste unter unseren fünf Techniken. Helle Motive auf schwarzen oder dunkelblauen Shirts bleiben hell und wirken nicht grau.
Wie waschbeständig ist Siebdruck?
Sehr gut, wenn die Farbe korrekt durchgetrocknet ist. Wasche das Teil nach Pflegeetikett und auf links und bügle nicht direkt auf den Druck. Die Belastungsgrenze setzt in der Praxis das Textil, nicht die Farbe.
Wird ein Nachdruck günstiger?
In der Regel ja. Farbauszüge und Farbrezept liegen vor, ein Teil der Einrichtung entfällt. Die Einrichtung deines Motivs fällt einmal an — beim nächsten Trikotsatz und beim Nachdruck im Herbst rechnen wir nicht bei null los.
Sag uns die Stückzahl, wir sagen dir die Technik
Schick uns Motiv, Textil und Menge. Wir rechnen Siebdruck gegen die Alternativen und sagen dir, welcher Weg bei deiner Auflage günstiger ist — auch wenn das gegen Siebdruck spricht.